Heizungspumpen: Die fünf häufigsten Fragen – und die Antworten unserer Experten

In der Theorie ist es ganz einfach: Die Heizungspumpe sorgt dafür, dass das heiße Wasser durch die Rohre fließt. In der Praxis ergeben sich aber viele Fragen. Die fünf häufigsten rund um die Heizungspumpe und den hydraulischen Abgleich beantworten vier unserer Handwerker-Botschafter.

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1. Läuft meine Heizungspumpe wirklich immer? Warum ist das so?

Handwerkerbotschafter Manfred Meyer

Handwerker-Botschafter: Manfred Meyer

Manfred Meyer: Wenn mir ein Kunde diese Frage stellt, kann ich die zunächst aus der Ferne nicht wirklich beantworten. Denn wie lange die Heizungspumpe mit welchem Einsatz arbeitet, hängt von der Art der Anlage und der Pumpe ab. Normalerweise kann man jedoch sagen, dass die Heizungspumpe nicht immer, sondern zeitabhängig und temperaturabhängig läuft. In alten Anlagen kommt es aber vor, dass die vorhandene Pumpe als Dauerläufer arbeitet und permanent mit hohem Einsatz läuft. Dann sollte man über einen Pumpentausch nachdenken, denn moderne Hocheffizienzpumpen passen sich dem Bedarf an und verbrauchen deutlich weniger Energie.

2. Was muss zuerst gemacht werden – der Einbau einer neuen Heizungspumpe oder der hydraulische Abgleich?

Handwerkerbotschafter Peter Bayer

Handwerker-Botschafter: Peter Bayer

Peter Bayer: Zuerst sollte der hydraulische Abgleich vorgenommen werden, denn die neue Pumpe kann nur dann optimal funktionieren, wenn die Heizungsanlage auch hydraulisch abgeglichen ist.

Wird das System nicht zuerst hydraulisch abgeglichen, würde die neue Pumpe erneut auf eine zu hohe Leistung eingestellt. Das verbraucht unnötig Energie. Ich empfehle den Kunden immer beide Maßnahmen zusammen durchzuführen: hydraulischer Abgleich und Pumpentausch.

 

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3. Wie erkenne ich, ob meine Heizungspumpe überdimensioniert ist?

Handwerkerbotschafter Mark Minderjahn

Handwerker-Botschafter: Mark Minderjahn

Mark Minderjahn: Im Allgemeinen deuten Fließgeräusche in den Heizungsventilen auf eine überdimensionierte Heizungspumpe hin. Diese Fließgeräusche entstehen, weil das Heizungswasser mit zu viel Druck durch die Heizungsanlage gepresst wird. Das lässt darauf schließen, dass die Heizungspumpe entweder zu groß ist oder auf einer zu hohen Einstellung läuft.

Peter Bayer: Für Verbraucher ist es schwer zu erkennen, ob die Heizungspumpe überdimensioniert ist. Aus Erfahrung kann ich aber sagen, dass beinahe alle herkömmlichen Heizungspumpen in Einfamilienhäusern zu groß sind. Denn diese nicht geregelten Heizungspumpen können nicht entsprechend der benötigten Leistung eingestellt werden, sondern laufen unabhängig vom Bedarf mit der gleichen Leistung. Viele dieser Pumpen sind außerdem auf einer zu hohen Stufe eingestellt. Läuft die Pumpe zum Beispiel auf Stufe 3, dann erbringt sie eine Leistung von 60 Watt – und braucht entsprechend viel Strom. Deshalb ist mein Energiespartipp für den Endkunden: Einfach die Pumpe mal von Stufe 3 auf Stufe 2 stellen. Er wird meistens keinen Unterschied im Heizsystem merken und spart dadurch jedoch Strom. Noch sparsamer ist natürlich eine Hocheffizienzpumpe. Die benötigt in einem Einfamilienhaus nur zwischen 15 und 20 Watt, hier gibt es also ein großes Einsparpotenzial.

4. Meine Pumpe ist fest in die Heizanlage integriert und kann nicht getauscht werden. Ist ein hydraulischer Abgleich trotzdem sinnvoll bzw. möglich?

Handwerkerbotschafter Uwe Grubert

Handwerker-Botschafter: Uwe Grubert

Uwe Grubert: Der hydraulische Abgleich ist unabhängig von der installierten Pumpe sinnvoll und möglich. Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass jeder Heizkörper die benötigte Wärmemenge erhält und stimmt das gesamte System aufeinander ab. Wenn die Heizung fachgerecht eingestellt ist, funktioniert das auch mit einer fest installierten Pumpe. Vor dem Hintergrund der Energieersparnis sollte man allerdings trotzdem über die Anschaffung einer Hocheffizienzpumpe nachdenken. Denn diese verbrauchen oftmals 80 Prozent weniger Strom und amortisieren sich innerhalb weniger Jahre.

Mark Minderjahn: Der hydraulische Abgleich einer Heizungsanlage lohnt sich immer. Egal, ob es sich um eine manuelle Heizungspumpe oder um eine Hocheffizienzpumpe handelt. Die vernünftige und bedarfsgerechte Verteilung des Heizungswassers ist immer von Vorteil. Das erhöht nicht nur den Komfort, weil lästige Strömungsgeräusche aufhören, sondern steigert auch die Effizienz der Anlage.

5. Was ist der Unterschied zwischen einer Umwälzpumpe und einer Zirkulationspumpe?

Uwe Grubert: Die Zirkulationspumpe sorgt dafür, dass jedes Mal, wenn der Wasserhahn oder der Duschkopf aufgedreht wird, warmes Wasser herauskommt. Sie ist für die Versorgung mit Trinkwasser zuständig und regelt den Brauchwasserkreislauf. Die Umwälzpumpe hingegen, häufig einfach nur Heizungspumpe genannt, sorgt dafür, dass das Heizungswasser durch die Heizkörper und -leitungen zirkuliert und das Haus mit Wärme versorgt. Beide Systeme funktionieren unabhängig voneinander.


Autor: Andreas Braun

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